Nicht alles braucht eine Antwort


Kennst du das?
Jemand sagt etwas, und schon beginnt es in unserem Kopf zu arbeiten.
Warum hat er das gesagt? Was hat sie damit gemeint? Hätte ich anders reagieren sollen?
Wir denken nach, analysieren, interpretieren. Und wenn wir keine Antwort finden, denken wir eben noch ein bisschen mehr.
Als würde sich das Leben irgendwann vollständig erklären lassen.
Ich ertappe mich selbst immer wieder dabei.
Dabei ist es manchmal erstaunlich einfach: Wir wissen es nicht.
Und vielleicht müssen wir es auch gar nicht wissen.
Auch in meiner Arbeit als Coach begegnet mir dieser Wunsch nach Antworten immer wieder. Menschen möchten verstehen, warum sie zweifeln, weshalb sie feststecken oder weshalb etwas nicht funktioniert.
Und manchmal entsteht gerade dann etwas Neues, wenn wir aufhören, sofort nach einer Lösung zu suchen. Wenn wir erst einmal zuhören, wahrnehmen und aushalten, dass wir noch nicht alles wissen.
Im Buddhismus begegnet mir immer wieder der Gedanke, dass vieles von unserem inneren Unbehagen nicht nur durch das entsteht, was geschieht, sondern auch dadurch, wie sehr wir daran festhalten. An unseren Vorstellungen, Erwartungen und dem Wunsch, alles verstehen zu müssen.
Das bedeutet nicht, gleichgültig zu werden oder schwierigen Fragen auszuweichen.
Es bedeutet vielleicht nur, zu erkennen, wann Nachdenken hilfreich ist – und wann wir uns damit im Kreis drehen.
Manche Fragen brauchen eine Antwort. Manche eine Entscheidung. Und manche dürfen einfach eine Weile unbeantwortet bleiben.
Nicht alles muss geklärt sein, damit wir weiterleben können.
Manchmal dürfen wir auch einfach sagen:
Ich weiss es nicht.
Und dann unseren Tee trinken.
Und während ich diese Zeilen schreibe, merke ich, wie passend dieser Gedanke gerade für mich selbst ist.
Mein erster Blogbeitrag. Ob ihn jemand liest? Ob er jemanden interessiert? Keine Ahnung.
Aber vielleicht muss ich das auch gar nicht wissen.
Ich fange einfach mal an.

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